Whisky

Whisky ist am 30.08.2015 mit 14 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen. Dort wird er seine Freundin Amy wiedersehen, die uns vor einem Jahr ebenfalls verlassen musste.Er hat mich 11 Jahre meines Lebens begleitet und war ein toller Freund.

Whisky kam ungefähr vor fünf Jahren zu mir.  Zu einem Zeitpunkt, als ich dachte, keine Zeit für einen eigenen Hund zu haben. Pflegehunde hatte ich bis dahin schon einige gehabt aber das ist doch etwas anderes.

Als ich Whisky das erste Mal sah, vermittelte er mir den Eindruck eines liebenswürdigen, ruhigen Retriever-Beagle-Mixes. Ob er tatsächlich etwas von diesen beiden Rassen in sich hat ist schwer zu sagen, in seinem Wesen spiegelt sich dies zumindest nicht nennenswert wider. Liebenswürdig – selbstverständlich. Ruhig? Ja klar… – Immer dann wenn wir zusammen auf der Couch liegen.

Bilder Mi Handy 168

Aber fangen wir von vorne an. Whisky kam über Umwege durch den Tierschutz zu mir. Aus schlechter Haltung befreit sollte er eigentlich ein neues Leben beginnen, allerdings kam leider ein ziemlich heftiger Verkehrsunfall dazwischen. Und so kam er zu mir. Ich wollte ihn aufpäppeln weil es ihm so schlecht ging. Inkontinent, mit immer wiederkehrenden epileptischen Anfällen. Die Info die ich zu ihm bekam war: „Er verträgt sich mit allem und jedem“. Whisky erholte sich zunehmend von seinen gesundheitlichen Problemen und wurde wieder zu einem selbstbewussten Hund. Zu Menschen sehr lieb, nett und unproblematisch musste ich jedoch rasch feststellen, dass dies bei Hunden nicht immer zutraf. Whisky verwickelte sich sehr schnell in Raufereien, sobald er nur leicht in Stress geriet. Und Whisky geriet leider schnell in Stress. Beim Anblick von Artgenossen hing er wie ein verrückter in der Leine und gab ein doch sehr unfreundliches Bild ab.

Es gab Tage, an denen ich wirklich ziemlich ratlos war und mich fragte, wie ich denn an diesem Problem arbeiten könnte.

So las ich wieder viele Bücher, bildete mich weiter und probierte viele Dinge aus. Glücklicherweise hielt ich schon früher nichts von aversiven Strafreizen, also blieb er von solchen Trainingsversuchen verschont. Mit einer Mischung aus den unterschiedlichsten Ansätzen merkte ich, wie sich das Verhalten Stück für Stück zu bessern begann.

Schwieriger wurde es dann wieder als ca. zwei Jahre später Hexe bei mir einzog. Whisky fiel kurzzeitig in sein altes Verhalten zurück und begann Hexe vor allen anderen Hunden zu beschützen. Mit Übung und Geduld bekamen wir allerdings auch dies weitestgehend in den Griff. Dies bewies mir jedoch eindrücklich, dass man Verhaltensweisen nicht beliebig manipulieren kann und ein negatives Verhalten bei einem entsprechenden Anlass durchaus wieder auftreten kann.

Whisky wird nie ein Hund sein, der problemlos in einer Gruppe fremder Hunde spazieren gehen wird. Solche Situationen stressen ihn immer noch enorm und er hat keinen Spaß dabei. Aber wir haben uns arrangiert und sind eine tolle Gemeinschaft geworden. Ich habe so viel von ihm gelernt (beispielsweise nicht an der Leine zu ziehen, da Whisky dann sofort Bockt und stehen bleibt ) und bin froh über die vielen tollen Erfahrungen, die wir teilen.

Jetzt, während er gerade unter meinem PC-Tisch schläft, merke ich wie er doch langsam älter wird. Es ist angenehm, dass er ruhiger und auch besonnener wird. Ich hoffe er wird noch viele Jahre bei mir sein und mir weiterhin zeigen, dass man nie auslernt!

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Update: Mittlerweile ist Whisky fast 14 Jahre alt ein ruhiger, besonnener, alter Hundemann. Er ist mein Ruhepol und kann nicht mehr viel Spazieren gehen. Trotzdem möchte er jeden Tag seine 10 Minuten mit aufs Feld und hin und wieder tobt er dann auch noch wie ein junger Hund. Alte Hunde sind doch etwas wunderbares!

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